Die Bierzeiger

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wechseln sich die brauberechtigten Bürger der Reihe nach bei der Bierherstellung - wie auch beim Ausschank ab.
Der Begriff "Reiheschank" illustriert das anschaulich.

War ein Bürger an der Reihe, funktionierte  er sein Wohn- und Arbeitszimmer zur Gaststätte um. Aus heutiger Sicht sicher eine Unannehmlichkeit, damals aber willkommene Abwechslung und vor allem lukrative Zuverdienstmöglichkeit.

Damit die durstigen Zecher die so immer an wechselnder Stelle befindlichen Gaststube sicher finden, weisen "Bierzeiger" die geöffnete Schankstube aus.  

Versuchen, für den Festumzug, solche Bierzeiger einmal nachzuempfinden.

Anton Bär beschreibt in seiner Chronik:

Ein schäumendes Bierglas unter einem säulenartigen Pavillion verheißt gutes Braunbier,
Ein Brettchen mit der Aufschrift "Lagerbier" verspricht dasselbe in dieser Schenke und 

ein buchartig, glatt gehobeltes Stück helles Buchenholz läßt den Durstigen das beliebte Kirchberger Weißbier erwarten. 

 

Naja, ganz so ist das nicht gelungen, aber trotzdem schön - wie wir finden:

Bierzeiger 

Das Bild entstand noch in der Werkstatt)